Deutschland im März – Knut ist tot, und auf RTL läuft auch nur wieder Gülle. Langeweile machte sich breit in deutschen Studentenwohnheimen, auch in Gelsenkirchen-Buer fand sich kaum noch etwas worüber es sich zu echauffieren lohnt.
Aber dann – ein Ereignis, welches die Welt bewegt - oder zumindest Japan – Plattentektonik . Und plötzlich überschlagen sich neben den Geishas auch die Ereignisse. Eine Welle der Betroffenheit überrollt die Welt nachdem eine andere die Keller eines Atomkraftwerks in Fernost vollaufen liess.
Was man sieht?
„Fukushima ist überall, quasi, auch in Neckerwestheim, prinzipiell!“ tönt es aus der grünen Ecke, deren Führungsriege beinahe den Wahlkampf im Süden Deutschlands zu verpennen drohte weil sonst nichts passierte was sich populistisch kompostieren liesse, aber nochmal Glück gehabt. Denn die SPD setzte wie immer auf Vernunft, realpolitische Themen und die Selbstaufklärung des Stimmviehs, was aber nun schon seit Jahren nicht mehr klappt. Das katholische Zentrum wird seit Merkel mit Merkel gleichgesetzt und wird allein deshalb von der verhetzten Masse immer öfter gemieden, und die FDP … ja, die FDP halt.
„Es gibt keine Alternativen ausser den Alternativen!“ skandieren sie nun also gemeinsam, Lutz, der - politisch erfahren und gewieft wie er nun mal ist - vor Jahren „Flyer“ für die Piratenpartei verteilte und zur Einstimmung auf die Wahl „Bob Marley and the Wählers“ gehört hat, und Chantal, die – bevor sie ihre EdHardy-Chucks geschnürt hat – schnell nochmal googelte wie man einen Stift hält. Lutz weiss ja sowieso alles, und Chantal hat tausende Male einen qualmenden Meiler im Fernsehen gesehen. Alles andere ist sowieso unwichtig – Mitteleuropa tangierende Finanzpolitik ist populistisch kaum ausschlachtbar, Libyen und Ägypten sind sowieso weit weg, und lokale und regionale Politik ist eh so „LOL“.
Immer dieselben - TrendwählerWürde sich der Heiland mal wieder bequemen auf Erden zu wandeln wäre sicher die „Partei bibeltreuer Christen“ in den Landtag eingezogen, ein Massenexodus schwuler Islamnegerjuden aus dem gebeutelten Afrika hätte die braunen Horden der NPD auf den Plan gerufen, zu den „Violetten“ fällt mir gerade kein halbgarer zynischer Kommentar ein, aber die nächste Esoterikwelle kommt bestimmt. Nun war es eben ein feuchter Atomreaktor der Wählerstimmen mit einer Halbwertszeit von 4 Jahren ausbrütete. Langfristige Planungen und Weitsicht sind für Lutz, Chantal und die Facebook-iLike-Klicker nicht einmal mittelbar begreiflich zu machen, deswegen sollten Wahlurnen ungefähr folgendermassen umgebaut werden:
Jedes Förmchen eine Partei – Intelligenztest an der Wahlurne
Was man nicht sieht …
Oder haben sie Recht ? Chantal, Lutz, und die populistischen Trendpeitschenschwinger die uns auf die grüneren Weiden treiben wollen ? Argumente genug haben sie ja, es gibt sie, die Alternativen zum Atomstrom :
Der Abbau von Steinkohle untertage ist heute so sicher dass man halb nackt arbeiten kann
Hier entsteht in Bälde ein Naherholungsgebiet – Braunkohletagebau
Grossflächige Photovoltaikanlagen - kaum noch Platz um Genmais anzubauen
Windenergieanlagen schützen dicht genug gestaffelt auch vor terroristisch motivierten Tieffliegerangriffen
Ein durchschnittlicher Ölscheich muss nur alle 8-12 Jahre aus dem Diktatorsessel gebombt werden
Unter dem Strich bleibt also folgendes Fazit festzustellen: .. oh, ein Schmetterling!
*hüpft hinterher*
Bis die Tage.