Donnerstag, 21. Juli 2011

/alive

Irgendwie passiert zur Zeit nicht so arg viel über dass sich zu "bloggen" lohnte. Was den einen oder anderen zu der süßen Annahme verführte ich sei gestorben und schmore nun in einer Vorhölle, so zwischen der 3. und 5., oder sowas. Aber solche Gefallen tu' ich nur guten Freunden, alle anderen müssen sich damit abfinden dass ich noch lebe, prima drauf bin und mich bester Gesundheit erfreue.

Wobei "beste Gesundheit" ein wenig übertrieben formuliert ist, denn ich brach mir die Nase, ein bisschen. Beim Fussball. Auf dem Bolzplatz. Während eines Kopfballduells. Seitdem weiß ich folgende Dinge:


1. Hinterköpfe sind härter als Nasen und nasenstabilisierende Knochen- und Knorpelelemente.

2. Ein Nasenbruch schmerzt (bei mir) kaum bis garnicht.

3. Die Momente in denen der Körper in der "oh, ich bin verletzt"-Schockphase steckt kann man prima dazu nutzen gebrochene Körperteile, beispielsweise Nasen, schmerzfrei wieder in eine halbwegs reguläre Position zu rücken.

4. Ich bin immer noch viel zu hübsch, verdammt!

Ich weiß natürlich noch viel mehr Zeug, aber obiges ist so ziemlich alles was ich in Zusammenhang mit Nasenbrüchen auf die schnelle praktisch und autodidaktisch in Erfahrung bringen konnte.

Kurze Rede, noch viel kürzerer Sinn - ich lebe, und mir geht es prima.
"Denn selig sind die geistig armen" (Die Ärzte - Uns geht's prima)

Donnerstag, 23. Juni 2011

"How to troll a dating website......"

"Hi pretty girl! I'm a bit of an artist ... would you like me to sketch you?"


>>>>> http://www.pistonheads.com/gassing/topic.asp?h=0&f=210&t=1017090&nmt <<<<<


Kein Kommentar.

Ach, doch, einer - nämlich:

MAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA!

Dienstag, 17. Mai 2011

Durch Zufall ...

.. fiel mir eben das Passwort für den BlogCounter-Account wieder ein, und dann dachte ich spontan "Erstmal einen Kaffee trinken und eine Zigarette dazu rauchen!". Gesagt, getan, danach schaute ich eine Weile aus dem Fenster, bewunderte das auffallend beschissene Wetter für seine penetrante Unbeständigkeit, fand aber, dass sonst nichts allzu spannendes vor meinem Haus vor sich ging, was mich dazu bewegte mal in die Statistik meines BlogCounter-Accounts zu glotzen. Nach dreieinhalb Jahren kann man das schon mal tun, finde ich.

Durchaus ein wenig amüsiert hat mich die Aufstellung der "Top 40 der Suchbegriffe die den suchenden auf ihren Blog führten", was wohl an meinem recht simpel gestrickten Humor und an der Tatsache liegt dass anscheinend ziemlich häufig nach "Pimmel" (und seinen Derivaten) gesucht wird. Aber ich werde jetzt nicht anfangen in diesem Blog Pimmel-, Mösen- und Tittenbildchen zu posten nur damit mal irgenjemand den ganzen Kram hier liest, sowas können sich die Leute, die derartige Körperteile wirklich nur von Bildern her kennen und dringend mal nach draussen gehen sollten, abschminken.

Aber genug davon, es gab noch einige andere Suchbegriffe die mir ein fettes Grinsen abrangen (was im allgemeinen nicht allzu schwer ist, aber nehmen wir der Dramaturgie halber einfach mal an ich hätte das gerade nicht verraten, und es wäre doch verdammt schwierig).

Um es kurz zu machen (nicht die Pimmel) hier einige meiner Favoriten aus den Top 40:

"sahra wagenknecht"
"sahra wagenknecht minirock"
"sahra wagenknecht zieht sich für den playboy aus"
"bilder von sahra wagenknecht"
"sahra wagenknecht bilder"

Und, zu guter letzt, die Variante der nicht allzu schlauen:
"sara wahgenknecht"

Auch prima waren:
"deliriös"
"anthropophagen"
"pimmelklinik"
"offenbarung"
"pimmelshow"
"uhrzeit buslinie 431 in frelenberg"

Also, herzlichen Dank an alle Sahra Wagenknechts und Pimmel da draußen die ungefähr 95% meines Traffics generieren.

Ich kann mich absolut nicht entscheiden ...

... welche Version genialer ist.

Diese hier ?

Oder diese ?

Das Leben stellt mich andauernd vor solche, schier unlösbaren Aufgaben. So ein Mist.

Dienstag, 29. März 2011

Ce qu’on voit et ce qu’on ne voit pas -oder: Chantal, komm’ wech von‘ne Urne, du Arsch!

Deutschland im März – Knut ist tot, und auf RTL läuft auch nur wieder Gülle. Langeweile machte sich breit in deutschen Studentenwohnheimen, auch in Gelsenkirchen-Buer fand sich kaum noch etwas worüber es sich zu echauffieren lohnt.
Aber dann – ein Ereignis, welches die Welt bewegt - oder zumindest Japan – Plattentektonik . Und plötzlich überschlagen sich neben den Geishas auch die Ereignisse. Eine Welle der Betroffenheit überrollt die Welt nachdem eine andere die Keller eines Atomkraftwerks in Fernost vollaufen liess.

Was man sieht?
„Fukushima ist überall, quasi, auch in Neckerwestheim, prinzipiell!“ tönt es aus der grünen Ecke, deren Führungsriege beinahe den Wahlkampf im Süden Deutschlands zu verpennen drohte weil sonst nichts passierte was sich populistisch kompostieren liesse, aber nochmal Glück gehabt. Denn die SPD setzte wie immer auf Vernunft, realpolitische Themen und die Selbstaufklärung des Stimmviehs, was aber nun schon seit Jahren nicht mehr klappt. Das katholische Zentrum wird seit Merkel mit Merkel gleichgesetzt und wird allein deshalb von der verhetzten Masse immer öfter gemieden, und die FDP … ja, die FDP halt.

„Es gibt keine Alternativen ausser den Alternativen!“ skandieren sie nun also gemeinsam, Lutz, der - politisch erfahren und gewieft wie er nun mal ist - vor Jahren „Flyer“ für die Piratenpartei verteilte und zur Einstimmung auf die Wahl „Bob Marley and the Wählers“ gehört hat, und Chantal, die – bevor sie ihre EdHardy-Chucks geschnürt hat – schnell nochmal googelte wie man einen Stift hält. Lutz weiss ja sowieso alles, und Chantal hat tausende Male einen qualmenden Meiler im Fernsehen gesehen. Alles andere ist sowieso unwichtig – Mitteleuropa tangierende Finanzpolitik ist populistisch kaum ausschlachtbar, Libyen und Ägypten sind sowieso weit weg, und lokale und regionale Politik ist eh so „LOL“.


Immer dieselben - Trendwähler

Würde sich der Heiland mal wieder bequemen auf Erden zu wandeln wäre sicher die „Partei bibeltreuer Christen“ in den Landtag eingezogen, ein Massenexodus schwuler Islamnegerjuden aus dem gebeutelten Afrika hätte die braunen Horden der NPD auf den Plan gerufen, zu den „Violetten“ fällt mir gerade kein halbgarer zynischer Kommentar ein, aber die nächste Esoterikwelle kommt bestimmt. Nun war es eben ein feuchter Atomreaktor der Wählerstimmen mit einer Halbwertszeit von 4 Jahren ausbrütete. Langfristige Planungen und Weitsicht sind für Lutz, Chantal und die Facebook-iLike-Klicker nicht einmal mittelbar begreiflich zu machen, deswegen sollten Wahlurnen ungefähr folgendermassen umgebaut werden:


Jedes Förmchen eine Partei – Intelligenztest an der Wahlurne


Was man nicht sieht …
Oder haben sie Recht ? Chantal, Lutz, und die populistischen Trendpeitschenschwinger die uns auf die grüneren Weiden treiben wollen ? Argumente genug haben sie ja, es gibt sie, die Alternativen zum Atomstrom :

Der Abbau von Steinkohle untertage ist heute so sicher dass man halb nackt arbeiten kann


Hier entsteht in Bälde ein Naherholungsgebiet – Braunkohletagebau


Grossflächige Photovoltaikanlagen - kaum noch Platz um Genmais anzubauen


Windenergieanlagen schützen dicht genug gestaffelt auch vor terroristisch motivierten Tieffliegerangriffen


Ein durchschnittlicher Ölscheich muss nur alle 8-12 Jahre aus dem Diktatorsessel gebombt werden

Unter dem Strich bleibt also folgendes Fazit festzustellen: .. oh, ein Schmetterling!

*hüpft hinterher*
Bis die Tage.

Dienstag, 22. März 2011

Freitag, 18. März 2011

Das Pumataschenfräulein (2)

Auf diesem Bahnsteig warteten mit einer für mich beeindruckenden Ausdruckslosigkeit diese sogenannten „Leute“ auf den nächsten oder irgendeinen anderen Zug, vielleicht standen sie auch einfach nur so herum. An und um Flughäfen und –plätzen trifft man ja häufiger diese „Spotter“, vielleicht gibt es ja auch welche die sich auf Eisenbahnen spezialisierten. Dann fielen mir diese kleinen Märklin-Eisenbähnchen ein, das Miniatur-Wunderland in der Hamburger Speicherstadt und auch diese seltsame Fernsehsendung namens „Die schönsten Bahnstrecken Deutschlands“ die ich aufgrund Einschlafproblemen meinerseits hin und wieder verfolgen durfte, und angesichts dieser erdrückenden Beweislast pro „Faszination Bahn“ war ich mir dann ziemlich sicher dass an vielleicht grösseren Bahnhöfen Menschen einfach so herumstehen und gucken.

Ich fühlte mich nun beobachtet und liess meinen Blick über sich als Versteck für Lokomotivspotter eignendes Buschwerk am Rande der Bahnhofsanlage schweifen. Vielleicht entdeckte ich ja einen, und diesem wollte ich dann die Zunge herrausstrecken oder den Vogel zeigen, aber nichts dergleichen ereignete sich. Wahrscheinlich stehen die aber auch nicht mit grotesk grossen Objektiven an ihren Kameras in einem Gebüsch, obwohl mich die Vorstellung eines mit Zweigen und grüner Farbe im Gesicht getarnten Mitvierzigers der an Bahnhöfen herumlungert irgendwie amüsierte. Ich beschloss diesen Gedankengang weiter zu verfolgen und dachte an zwei Polizisten die in ihrer Mitte einen Menschen im Ghillie-Suit der eine Kamera und ein Fernglas hinter sich herschleift abführen und des Geländes verweisen.

Der Zug ruckte beim anfahren. Aber das verwunderte mich nicht weiter, denn ich hatte im Physik-Unterricht immer recht gut aufgepasst. Trotzdem riss mich dieser Anfahrruck aus dem Gerichtssaal den ich für die Verhandlung gegen den armen Lokomotivspotter in Gedanken schon einrichtete, natürlich mitsamt des Richters und seiner beknackten Perücke. Ich setzte ein möglichst uninteressiert wirkendes Gesicht auf und schaute mich nun im Waggon um, etwas anderes hatte ich ja auch nicht zu tun, denn meine MP3-Abspielgerätschaften vergass ich zum rekordverdächtigen zwölften Male hintereinander morgens auf meinem Wohnzimmertisch . Deswegen mussten jetzt meine werten Mitreisenden wohl oder übel meine Aufmerksamkeit über sich ergehen lassen, was im allgemeinen aber wenig tragisch ist, ich zwinge ja niemandem – anders als mancheiner sicherlich – gehaltlose Gespräche über das miese Wetter auf.

Wenn es Frösche regnete würde ich vielleicht und maximal mit einem mir unbekannten Gegenüber verwunderte Blicke austauschen und auf einen Gesprächsstart seiner oder ihrerseits warten – eine gewisse Basissymphatie einmal vorrausgesetzt. Manchmal aber sitzt man neben oder gegenüber von Menschen bei denen man sich sicher sein kann dass man im Falle einer gemeinsamen Strandung auf einer kleinen, einsamen Insel ihn oder sie bei sich bietender Gelegenheit eher im Meer ertränkt als ein Gespräch anzufangen. Bevor ich mir Stammtischparolen oder Plattitüden anhören muss baue ich doch lieber allein ein Floß, soviel ist sicher.

Der Waggon war nicht übermässig gefüllt, jedenfalls nicht mit Menschen, an schlechter Luft allerdings herrschte kein Mangel. Offenbar suchte ich mir zielsicher einen Sitzplatz nahe einer schlecht gewarteten und trotzdem häufig aufgesuchten Zugtoilette. Ich wollte das Klappfenster zwecks eines Atmosphärenaustausches öffnen, aber ich bekam just in diesem Moment einige Fetzen eines Gespräches mit dass sich offenbar um Backwaren, speziell Kekse, drehte. Da ich Kekse an und für sich recht schätze blieb ich dann doch sitzen und hörte unerhörterweise ein wenig genauer zu, auch auf die Gefahr hin dass mich jeden Augenblick zwei Polizisten wegen unerlaubten Fremdgesprächsspottings verhaften könnten. Trotzdem besass ich die Verwegenheit dem Ursprung dieses Keksgespräches nachzugehen, nicht ohne meinen uninteressierten Gesichtsausdruck vorher noch einmal grundlich zu überprüfen. Ich fand keinerlei Beanstandungen an meinen Gesichtsmuskelstellungen, dafür aber auf der anderen Waggonseite eine unmögliche Frisur die mir recht bekannt vorkam und deren niedliche Trägerin mit ihrer Sitznachbarin angeregt über Kekse quasselte.

(Fortsetzung folgt)